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Text? Mein Name ist Heiko, ich bin 33 Jahre alt und lebe im schönen Stralsund. Somit genieße ich mein Dasein als Informatiker in Meeresnähe. :)
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27.07.2011

Der heilige Gral der Geckos

Neulich im Zoogeschäft…

Da sah ich eine kleine Schale für Terrarien, als Trinkstelle für die Tierchen. Es war in Steinoptik gestaltet, obwohl man ihm seine künstliche Natur dennoch angesehen hat. Besonders groß war es auch nicht und von der Funktionalität schlicht gehalten, eben ein Trinkschälchen. Aber es war wirklich hübsch muss ich zugeben.
Ein Blick auf die Unterseite und die Gedanken über einen Spontankauf waren verflogen… Was? Die wollen im Ernst 13€ für so ein kleines Schälchen? …
Das bekomme ich selbst nicht nur besser hin sondern auch noch billiger…

Brunnenmodell mit Berg und Wasserfall

Das Resultat kann sich denke ich sehen lassen. Und obwohl die Ausgaben am Ende die 13€ überstiegen haben, muss man das mit Vorbehalt betrachten.
Das im Folgenden beschriebene Modell wird mit einer Pumpe betrieben, diese hat alleine ihre 12€ gekostet. Das Becken im Geschäft hatte das natürlich nicht. Auch die Anschaffungen für den Rest lagen bei ca. 20€, da es z.B. Zement nunmal erst ab einer gewissen Menge zu kaufen gibt. Rechnet man nun aber die Pumpe ab und vom Rest nur die tatsächlich verbrauchten Mengen, so liegt der Preis für das Modell am Ende bei unter 2€!

In 5 Schritten werde ich nun zeigen, wie die künftige Trinkstelle für die kleinen Geckos entstanden ist. Am Ende eines jeden Schrittes gibt es dann noch Illustrationen zur Entstehung.
Der Arbeitsaufwand beträgt pro Schritt gemittelt gerade einmal eine halbe Stunde, jeweils gefolgt von einer ca. 24 stündigen Trocknungsphase. Bei den verwendeten Materialien sollte natürlich darauf geachtet werden, dass diese keine Gefahrenhinweise aufweisen, es soll ja immerhin eine Tränke werden.
Die Maße des Modells betragen etwa: 18cm Länge, 10 cm Breite, 11cm Höhe des Berges vom Fuß an gemessen und das gesamte Modell inklusive Pumpensockel ca. 21cm. Damit bleiben genau 10cm vom Terrariumboden bis zum Bergfuß, diese waren ja für das Erdreich eingeplant. Die “Bodenplatte” hat einen Durchmesser von 3,5cm und das Becken nutzt an der tiefsten Stelle in etwa 3cm davon. Die Breite des Beckens selbst beträgt ca 6,5cm, bei einer Länge von etwa 9cm. Das Becken selbst hat damit nach Augenmaß die gleichen Ausmaße wie das aus dem Laden.

Schritt 1 – Das Grundgerüst

Als Ausgangsmaterial verwende ich Styropor, dieses lag als Verpackungsmaterial vor und war damit gratis. Entstehen sollte nun ein Sockel mit einem Becken darin und am hinteren Ende ein kleiner Berg mit einem Wasserfall.
Zuerst machte ich mich an das Becken. Mit einem Feuerzeug wollte ich dieses vorsichtig ins Styropor sengen. Der erste Versuch schlug natürlich gnadenlos fehl und fand später seine Verwendung als Plateaustück des Berges.*g* Hier nun der entscheidende Hinweis: Die Umrisse des Beckens mit einem CD-Marker aufmalen und alles außerhalb gut mit Wasser bepinseln, so klappts dann auch mit dem Becken. :)
Die Einzelteile des Berges werden einfach grob aus den Resten des Styropors herausgebrochen. Es kommt hier in keinster Weise darauf an genau zu arbeiten. Die Teile müssen nur in etwa der späteren Form entsprechen und dürfen durchaus auch mal Löcher und Lücken aufweisen. Ich habe mir dann noch einige Markierungen gesetzt in welcher Position die einzelnen Stücke aufeinander abgestimmt wurden, denn nun müssen noch die Löcher für den Schlauch ins Material.
Verwendet habe ich einen 6mm Schlauch aus dem Baumarkt, der Meter ca. 80c, wir benötigen für das vorliegende Modell etwa 15-20cm. Natürlich sollte der Schlauch passend für die verwendete Pumpe gewählt werden. Die Löcher selbst wurden nun mit einer Kugelschreiberhülse vorsichtig herausgestanzt, dabei besonders beim Gipfel acht geben, denn hier ist das Material doch mitunter sehr dünn.
Der Schlauch wurde nun bis ans obere Ende eingeführt und zusammen mit den Einzelteilen des Berges mit Epoxidharz verklebt. Hier kann auch ein anderer Klebstoff verwendet werden, nur Lösungsmittel sollte man dabei meiden (Styropor!).
Am vorderen Ende des Beckens fehlt nun noch ein Ablauf, über den das Wasser ins “Grundwasser” zurückfließen kann. Hierfür eignet sich beispielsweise eine Kugelschreiberhülse oder ein Schlauchverbinder. Dieser sollte nicht ganz bis zum oberen Ende des Beckens reichen, damit sich dieses auch füllen kann.

Das AuffangbeckenDer Fuß des BergesZwischenplateauDer Gipfel mit AustrittsöffnungDer Berg in einem StückDas gesamte Konstrukt

Schritt 2 – Grundierung

Zum Ausmodellieren kommt Zement zum Einsatz, genauer Fließenkleber. Dieser weist zwar Gefahrenhinweise auf, allerdings beziehen die sich auf die Staubform des Materials und darüber hinaus wird am Ende sowieso alles überlackiert.
In diesem Schritt geht es aber erstmal um die Grundierung, denn Styropor ist nicht unbedingt ein geeigneter Untergrund für Zement. Das wird man spätestens jetzt lernen. *g*
Der Fließenkleber wurde etwas dünner als gewohnt angerührt, so, dass er sich fast wie Farbe streichen lässt. Mit einem Pinsel wurde nun das komplette Modell bestrichen. Wie gesagt, es muss nicht deckend sein, nur an Lücken und Löchern sollte man schon einmal etwas Vorarbeit leisten und versuchen diese ansatzweise zuzuspachteln.
Die Austrittsöffnung blieb in diesem Schritt noch vollkommen unbehandelt. Der Ablauf wurde mit einem Wattestäbchen verstopft, so, dass sich dort kein Zement verirren konnte.

Erstanstrich / GrundierungErstanstrich / Grundierung

Schritt 3 – Ausmodellieren

Nun nimmt das Ganze endlich Formen an. Dieser Schritt galt dem Ausmodellieren des Brunnens.
Nur minimal dicker, wurde der Fließenkleber wieder mit dem Pinsel aufgetragen. Dabei wurden alle Lücken nun vollends verschlossen und unschöne Stellen auch mal mit den Fingern nachgebessert. Ablauf und Austrittsöffnung waren wieder mit Wattestäbchen versiegelt. In die Austrittsöffnung wurde nun großzügig Zement eingepinselt und dann vorsichtig und unter Drehung das Wattestäbchen herausgezogen.
Stimmen die Formen in etwa mit dem überein, was man sich vorstellt, kann das Ganze trocknen. Kleine Nachbesserungen können auch noch im nächsten Schritt geschehen.

AustrittsöffnungSeitenansichtRückseiteBetrachterperspektive

Schritt 4 – Farbgebung

Lange hatte ich überlegt wie man einen solchen Brunnen am besten bemalt. Die Farbe sollte die Oberfläche nicht “übermalt” erscheinen lassen und dennoch kräftig sein. Im Baumarkt wurde ich dazu fündig: Pigmentkonzentrat, die 20ml Flasche für etwa 2,10€. Klingt teuer, man benötigt davon allerdings auch nicht viel. Ich habe mir die Farben Schwarz und Terrabraun gekauft und diese jeweils in den Fließenkleber eingerührt.
Zunächst als Test auf Restmaterial, was auch gut war, da ich die Farben komplett unterschätzt habe (siehe Bild “Farbvergleich”, hier waren nur wenige Tropfen am Werk im Vergleich zur Zement-”Rohfarbe”). Auf die Menge Fließenkleber, die für einen Anstrich benötigt wird, reichen wenige Tropfen des Schwarz, um eine starke Graufärbung zu erzielen. Beim Anrühren also vorsichtig tröpfchenweise an die gewünschte Farbe annähern, dabei bedenken, dass alles beim aushärten leicht heller wird.
Vom Braun habe ich dann ein paar Tropfen mehr verwendet, da es das Grau des Zements übertönen sollte. Dazu einige Tropfen Schwarz, um es noch abzudunkeln.
Nun wurde das Becken in Erdbraun und der Berg in Steingrau noch einmal komplett übermalt. Hierbei kann nun auch nochmal nachmodelliert werden.

Der FarbstoffErster FarbvergleichAustrittsöffnungSeitenansichtDraufsichtBetrachterperspektive

Schritt 5 – Versiegelung

Am Ende wurde alles noch versiegelt, der Zement hätte sich sonst auf lange Sicht wieder gelöst. Ein ungiftiger, matter Klarlack musste her. Hierbei entschied ich mich für einen Acryllack, achten sollte man dabei nicht auf irgendwelche blauen Engel oder Versprechungen, sondern einzig und allein auf die Norm “EN 71-3″. Diese gibt den Lack als sogenannten Spielzeug- oder Sabberlack frei, so dass er für Babyspielzeug geeignet und speichelecht ist.
Nach einer Lackierung und einer zweiten für die wasserführenden Teile, kam nun der große Moment des Testlaufs. Zwei Dinge habe ich dabei gelernt: 1. Ich sollte nur dann eine 8V Spannungsquelle anschließen, wenn ich einen Springbrunnen im Zimmer haben möchte, 3V reichen voll und ganz. *g* Und 2. Mit dem Lack sollte man nicht zu sehr geizen. An zwei Stellen hatte der Fließenkleber nämlich tatsächlich noch Wasser gezogen.
Also wurde, nach einer Trocknungsphase, das komplette Modell noch einmal ausgiebig überlackiert und in diesem Zuge auch gleich etwas aufgepeppt:
Von einer Wiese ein paar Büschel Moos und etwas Erde getrocknet, die Erde zerrieben und alles auf dem Lack rund um das Becken “aufgeklebt”.
Nun noch mit einem alten Plastikbecher einen Sockel realisiert, in dem die Pumpe Platz hat. Am unteren Ende Öffnungen für das Wasser erzeugt und, um die Pumpe vor dem Verstopfen durch Erde zu schützen, eine Feinstrumpfhose als Filter übergezogen.
Nachdem alles vollständig ausgehärtet ist, kann das Schmuckstück in Betrieb gehen. :)

Norm für "Sabberlack"Sockel mit Pumpe und StrumpfAustrittsöffnungSeitenansichtDraufsichtFrontalansichtBetrachterperspektive

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