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Text? Mein Name ist Heiko, ich bin 33 Jahre alt und lebe im schönen Stralsund. Somit genieße ich mein Dasein als Informatiker in Meeresnähe. :)
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11.07.2011

Es werde Licht

Seit einiger Zeit besiedeln nun ein paar Karnivoren meine Fensterbank. Schon als kleiner Junge fand ich diese fleischfressenden Pflanzen im höchsten Maße faszinierend, so dass ich meine Mutter damals so lange genervt habe bis ich dann auch endlich eine Venusfliegenfalle im Zimmer stehen hatte. ^^
Leider sind diese Pflanzen relativ anspruchsvoll und so nahm es mir meine kleine Killermaschine übel, dass ich sie aus Unwissenheit mit viel zu kalkhaltigem Leitungswasser gegossen hatte. Lange hatte ich also leider keine Freude an dem Pflänzchen. :sad:
Auch heute faszinieren mich diese Pflanzen nach wie vor und aktuell halten sie sich ganz gut.

Darf ich vorstellen?

Sarracenia Purpurea
Sarracenia Purpurea

und

Dionaea Muscipula
Dionaea Muscipula

Allgemein bekannt unter dem Namen “Venusfliegenfalle”, obwohl man muscipula eher mit “Mausefalle” übersetzen würde.

Im Allgemeinen unterscheidet man bei diesen Pflanzen 3 Arten (4, wenn mann die Saugfallen mit zählt, welche ausschließlich bei unter Wasser lebenden Exemplaren vorkommen), die Klappfallen, die Trichterfallen und die Klebefallen.
Die Venusfliegenfalle ist hierbei ein Vertreter der Klappfallen und wer schon einmal eine Venusfliegenfalle mit der Pinzette gefüttert hat, der weiß, dass diese Fallen für eine Pflanze unglaublich schnell zuschnappen und vor allem eine enorme Kraft dahinter steckt.
Sarracenia zählt zu den Trichterfallen. Die Eigenart der Sarracenia Purpurea ist hierbei, dass sie keine eigenen Verdauungsenzyme bilden kann. Sie ist damit auf die Hilfe von Bakterien angewiesen, welche sich zusammen mit Regenwasser in ihren Fallen ansammeln, das ist auch der Grund dafür, dass der Trichter nach oben geöffnet bleibt. Mit ihrem Duft lockt sie ihre Beute ins Innere des Trichters, dieser wird irgendwann so glatt, dass selbst Insekten den Halt verlieren und in ihr nasses Grab stürzen.

Da diese Pflanzen hauptsächlich in Sumpfgebieten mit nährstoffarmen Böden heimisch sind, dient die fleischliche Nahrung quasi als Nährstoffergänzung. Dabei sind die Karnivoren jedoch keineswegs auf ihre Beute angewiesen, sie können genauso gut ohne gedeihen.
Dennoch ist ihre volle Ausprägung an optimale Bedingungen gebunden. Temperaturen um die 30°C, eine Luftfeuchtigkeit von 70-80% und so viel Licht wie sie nur bekommen können. Auf keinen Fall sollte man Dünger einsetzen und wie bereits erwähnt bedeutet auch zu kalk- oder schadstoffhaltiges Wasser oft schon den sicheren Tod für den exotischen Liebling. Geeignet ist hier weiches Regenwasser, welches gegebenfalls vorher abgekocht werden kann, auch destilliertes Wasser kann bedenkenlos eingesetzt werden. Möchte man der Sarracenia ermöglichen Beute zu machen muss man allerdings daran denken ihre Trichter etwa zu einem Drittel mit (nicht abgekochtem) Regenwasser zu füllen.
Als Boden eignet sich lockerer Naturtorf ohne Dünger.

An meinem Südwestfenster sind die Aussichten für ein Überleben also gar nicht mal so schlecht. Allerdings auch weit entfernt vom Optimum, weshalb die Sarracenia ihrem Beinamen auch keineswegs gerecht wird. Ein halbwegs gesundes Grün ist alles was sie bietet und unter diesen Bedingungen wird auch empfohlen eventuell heranwachsende Blütenstängel frühzeitig abzuschneiden, damit die Pflanze durch die Blüte nicht unnötig geschwächt wird. Dabei kann man über die google Bildersuche bestaunen, wie wunderschön eine Sarracenia Purpurea in voller Blüte aussieht.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen ein eigenes kleines Tropenparadies für die beiden Schmuckstücke zu basteln, sprich ein Terrarium. Natürlich ist aus dem ursprünglichen Minimalprojekt schnell wieder mehr geworden. Immerhin soll das Ganze ja auch etwas für’s Auge bieten. ;)
Nachdem durch die grundlegende Planung die groben Maße festgelegt waren, konnte man sich also schonmal Gedanken über die Beleuchtung machen. Eine Beleuchtungsstärke von etwa 10000 bis 15000 Lux soll erreicht werden. Lux bedeuten Lichtstrom (Lumen) pro m² und da eine Fläche von etwa 0,27m² beleuchtet werden soll, ergibt sich daraus in etwa ein Lichtstrom von 4000 Lumen.

Bei der Wahl des Leuchtmittels sind aber noch andere Aspekte wichtig. Natürlich braucht man relativ starke Leuchten und diese sollen täglich mindestens 10 Stunden brennen, eine lange Lebensdauer und hohe Effizienz sind deshalb Pflicht! Auch das Lichtspektrum muss berücksichtigt werden, immerhin soll das Licht Tageslichtersatz für Pflanzen werden. Das Spektrum von herkömmlichen Glühbirnen ist hierbei mit am weitreichendsten, allerdings fällt diese bei allen anderen Kategorien gnadenlos durch.
Um meine umfangreichen Recherchen etwas abzukürzen: Am Ende bleibt die Auswahl zwischen Leuchtstoffröhren und Halogenmetalldampflampen (HQI). Letztere haben den Vorteil, dass sie wenig Platz verbrauchen, nachteilig sind jedoch die Wärmeentwicklung und vor allem der unverschämte Anschaffungspreis, hier zahlt man alleine für das Leuchtmittel schon gerne mal 50€, dazu kommen dann noch die Lampenfassung und ein Vorschaltgerät. Die Leuchstoffröhre ist da schon wesentlich gnädiger, von Nachteil ist hier jedoch die Größe. Bei eine geplanten Länge von 70-80 cm bleibt einem maximal die Normlänge 60cm. Da die Leistung von Leuchtstoffröhren direkt abhängig von ihrer Länge ist, muss man auf die Variante “Highoutput” zurückgreifen.
In Lebensdauer und Effizienz sind die beiden genannten Leuchtmittel nahezu identisch und gerade was die Effizienz anbelangt, so ziemlich das Beste was man bekommen kann. Die 60cm T5 HO Leuchtstoffröhre weist eine Leistungsaufnahme von 24W auf, bei 2000 Lumen Lichtstrom liegt der Wirkungsgrad also etwa bei 80 Lumen pro Watt. Im Vergleich dazu liegt dieser Wert bei einer Glühbirne in etwa bei 15lm/W!

Am Ende benötige ich also 2 dieser T5 Lampen um die gewünschten 4000lm Lichtstrom zu erreichen. Da dieser jedoch in alle Richtungen abgegeben wird, muss auch auf einen guten Reflektor geachtet werden. Selbst dann wird man kaum davon ausgehen können, dass der Lichtstrom genau auf die zu beleuchtende Fläche beschränkt bleibt. Veranschlagt man aber ca. 80% davon, so reicht das immernoch für eine Beleuchtungsstärke von ca. 12000lx, das sollte voll und ganz genügen. :)

All diese Überlegungen sind nun schon wieder knappe 2 Wochen alt, ich hab mir zwischenzeitlich also über ebay eine Aquarienlampe besorgt. Diese ist ausgelegt für 4 dieser Röhren, ist aber aufgeteilt in 2 interne Stromkreise. So, dass ich derzeit wie geplant 2 T5 HO Röhren darin betreibe. Sollte ich doch zu dem Schluss kommen, dass mehr Power her muss, kann ich also jederzeit noch erweitern. Angepeilt war im Übrigen eine Farbtemperatur von 6500K (ab ca. 5500 spricht man von “tageslichtähnlich”), da es sich jedoch um eine Aquarienlampe handelt, waren darin bereits Lampen mit 10000K verbaut. Das wirkt etwas steril, soll jedoch meinen Recherchen zufolge gut für das Pflanzenwachstum sein.

Die Lampe beleuchtet meine Exoten nun seit einer guten Woche und betrachtet man nochmals das Bild der Sarracenia, erkennt man auch, dass es bereits Früchte trägt. :)
Hier haben sich zwischenzeitlich richtig schöne, dunkelrote Adern gebildet und die “Nachwuchsfalle” (Im Bild hinten rechts) weist bereits eine großflächige Rotfärbung auf und verspricht über dies im Vergleich riesig zu werden.

1 Kommentar »

  1. 1
    Andreas schrieb am 12. July 2011 um 11:58


    Manche Leute haben Kinder, Hunde oder Katzen die Fleisch fressen.
    Du hast Blumen :mrgreen:

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